Sehr geehrte Frau Senger,

 

wir danken Ihnen für Ihr Schreiben vom 13.07.2011 und Ihre Sorge um die Hunde.

 

Der Deutsche Tierschutzbund beschäftigt sich mit dem Thema „hundegerechte Halsbänder“ schon seit langem. Solche Würgehalsbänder, wie das dargestellte, üben ebenso wie sehr schmale Lederhalsbänder einen permanenten und starken Druck auf den mittleren Teil des Halses aus, an dem relativ ungeschützt die Luftröhre, zwei große Blutgefäße (Hauptschlagader, Drosselvene) sowie zwei lebenswichtige Nerven (Nervus vagus, Sympathicus) verlaufen. Ein kurzes, ruckartiges Ziehen kann die Halswirbelsäule des Tieres schädigen, insbesondere bei Hunderassen die für eine Erkrankung der Wirbelsäule eine erbliche Veranlagung haben (z. B. Dobermann, Beagle, Basset).

 

Außerdem ist es nicht möglich, einem stark an der Leine ziehenden Hund durch ein solches Halsband Leinenführigkeit beizubringen. Der Hund reagiert auf den permanent starken Druck am Hals mit Gegendruck. Leinenführigkeit ist nur dadurch zu erreichen, dass der Hundehalter seinen Hund in dem Augenblick, an dem er nicht an der Leine zieht, durch Lob motiviert.

 

Das Tierschutzgesetz verbietet in § 3 Nr. 5 denn auch „ein Tier auszubilden oder zu trainieren, sofern damit erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind“. Um aus dem Einsatz eines Würgehalsbandes, wie es das aufgezeigte Halsband offensichtlich ist, in der Hundeausbildung aber einen Verstoß gegen dieses Verbot abzuleiten, müsste nachgewiesen werden, dass dem Hund erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden bei einem Einsatz desselben entstanden sind. Für ein grundsätzliches Verbot des Einsatzes von Würgehalsbändern reicht dies leider nicht aus, was auch wir sehr bedauern. Es gibt jedoch bereits Gerichtsurteile, wonach in Einzelfällen eben dieser Nachweis erbracht wurde und die Anwender solcher Würgebänder zu Geldbußen verurteilt wurden (s. a. OLG Hamm NStZ 1985, 275).

 

Solange ein Verbot nicht generell durchzusetzen ist, rät der Deutsche Tierschutzbund Hundehaltern dringend die Verwendung von einfachen, breiten Lederhalsbändern, da diese den Druck auf den Hundehals gleichmäßiger verteilen als die oben genannten Halsbänder bzw. die Verwendung von gut sitzenden Brustgeschirren, die nicht einschneiden.

 

Wir bedauern, dass wir in dem von Ihnen angesprochenen Fall nicht tätig werden können.

 

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Steffi Märke

Fachkoordination

 

 

Deutscher Tierschutzbund e.V.

Baumschulallee 15

53115 Bonn

Fon: +49 (228) 60496-0

Fax: +49 (228) 60496-40

www.tierschutzbund.de

 

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