Die Sache mit der Dominanz

Dominanz ist wohl die meistgebrauchte Erklärung und einer der größten Irrtümer, wenn es um Hunde geht, die ein Problem haben oder vielleicht eher manche Besitzer, die ein Problem haben.

 

Stöbert der Hund lieber in einem interessanten Mauseloch, als auf den Rückruf zu hören, fegt er scheinbar taub einem aufspringendem Hasen nach, mag sich nicht bei matschigem Wetter ins Down schmeißen, knurrt er uns an, geht aufs Bett und oder auf die Couch, klaut vom Tisch, geht er nicht aus dem Weg, wenn man vorbei möchte, will immer als erstes durch die Tür, springt uns an, zieht an der Leine - all das und vieles mehr hat scheinbar nur eine mögliche Erklrärung: Der Hund ist dominant! Die logischere Erklärung ist, dass wir dem Hund einfach nicht motivieren konnten mit uns zu kooperieren. D.h. nicht der Hund ist dominant, sondern wir müssen hundegerechte Wege finden dem Hund zu zeigen, welches Verhalten für uns das gewünschte ist.

 

Man bekommt dann oft von Leuten oder leider sogar von angeblich professionellen Hundetrainern gesagt, dieser Hund bräuchte eine härtere Führung und eine starke Hand.

 

Oft wird man auch als potentieller Wattebäuschenschmeißer, als zu nachgiebig und führungsschwach hingestellt.

 

Dann bekommt man meist ungebetene Ratschläge zu hören wie: Den Hund im Alphawurf zur Raison bringen, im Nackenfell packen und schütteln, den Schnauzengriff kräftig anwenden... Alles Dinge, die entgegen althergebrachter Methoden weder artgerecht, noch sinnvoll, noch hilfreich sind.

 

Auch an Anweisungen für durchzusetzenden Verboten mangelt es nicht: der Hund darf niemals als erster durch die Tür, niemals vor den Menschen seine Mahlzeit erhalten, beim Spaziergang nie vorrauskaufeb, nie auf die Couch, den geliebten Sessel oder ins kuschelige Bett usw... aber mit Verboten alleine ist eine gut funktionierende Mensch-Hund-Beziehung nicht verlässlich aufzubauen.

 

Dann diese Probleme haben in der Regel rein gar nichts mit Dominanz zu tun.  Hunde sind nicht dominant, sie tüffteln nicht den ganzen Tag an Strategien wie sie Herrchen und Frauchen dominieren, sind nicht den ganzen Tag damit beschäftigt an ihrer innerfamiliären Karriere zu arbeiten oder gar die Weltherrschaft an sich zu reißen.

 

Hunde möchten wissen, wo sie hingehören, welche Aufgaben sie haben, was ihnen Vorteile, Lob und Anerkennung verschafft, wollen ihren sicheren und verlässlichen Platz im Familienrudel finden und möglichst wenig Stress mit den anderen Rudelmitgliedern erleben.

 

Einen in der Familie gut sozialisierten Hund kann man durchaus eben auch auch aufs Sofa lassen und beliebig füttern, wenn man das möchte.

 

Warum es Dominanz nicht gibt? Ganz einfach, weil es sie beim Wolf so in der Form auch nicht gibt! Es gibt eine Rangordnung im Rudel, indem jedes Mitglied seine Position und, seine Aufgaben kennt und es kommt durchaus vor, dass z.B. auch die Jungspunde mal beim Reviergang die Nase vorn haben und die Rudelchefs aus der zweiten Reige dirigieren.

 

 

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